Wenn du schon etwas länger in der Welt von BDSM & Bondage unterwegs bist, ist dir der Begriff Caning sicher schon begegnet. Gemeint ist die Bestrafung oder lustvolle Züchtigung mit dem Rohrstock – ein Spiel, das viele Dominas, Doms und strenge Tops lieben, das aber schnell gefährlich werden kann, wenn Sicherheit, Anatomie und Grenzen ignoriert werden.
In diesem BDSM Ratgeber erfährst du, was Caning genau ist, woher die sogenannte „englische Erziehung“ kommt, wie du Körperregionen sicher vorbereitest und warum Cold Caning nur etwas für wirklich erfahrene Masochist*innen ist. Außerdem bekommst du Level-Tipps, Rollenspiel-Ideen und wichtige Hinweise zu Gesundheit und Nachsorge.
- 1 Was ist Caning im BDSM?
- 2 Caning oder „englische Erziehung“ – Herkunft & Faszination
- 3 Caning mit Aufwärmen – schonend, aber intensiv
- 4 Cold Caning – nur für echte Masochist*innen
- 5 Gesundheitsgefahren & Tabuzonen beim Caning
- 6 Tipps für alle Levels – Caning Schritt für Schritt
- 7 Aftercare & emotionale Nachsorge nach dem Caning
- 8 Fazit: Caning – Lust mit dem Rohrstock, aber nur mit Verantwortung
- 9 Caning oder auch „Englische Erziehung“ – Kurzüberblick
- 10 Caning mit Aufwärmen – Kurzüberblick
- 11 Cold Caning – Kurzüberblick
- 12 Die Gesundheitsgefahren beachten
Was ist Caning im BDSM?
Caning bezeichnet im BDSM die gezielte Züchtigung mit einem Rohrstock – meist aus Rattan oder einem ähnlichen, leicht flexiblen Material. Dominas, Doms oder Tops nutzen den Stock, um auf bestimmte Körperregionen zu schlagen und so eine Mischung aus Schmerz, Lust und Unterwerfung zu erzeugen.
Typische Schlagflächen sind:
- der nackte Po
- die Rückseite der Oberschenkel
- in extremen Szenarien die Fußsohlen (Bastonade – nur für sehr Erfahrene)
Für viele Masochist*innen liegt der Reiz von Caning genau in dieser Intensität: Der scharfe, brennende Schmerz, die sichtbaren Striemen und das Gefühl, „wirklich gezüchtigt“ worden zu sein, können unglaublich erregend sein – vorausgesetzt, alles passiert sicher, einvernehmlich und mit klarem Kopf.
Wenn du bisher nur mit Hand oder Paddel gespielt hast, sieh Caning als nächste Stufe im Spanking-Bereich. Starte mit wenigen, leichten Schlägen und nutze den Rohrstock zuerst eher als „Andeutung“ – zum Streichen, Anklopfen und für Luftschläge.
Caning oder „englische Erziehung“ – Herkunft & Faszination
Caning wird häufig als „englische Form der Erziehung“ bezeichnet. Der Hintergrund liegt in der Geschichte: Im viktorianischen England war körperliche Züchtigung von Schülern alltäglich. Zunächst wurden Schläge auf die Hände eingesetzt, doch die Verletzungsgefahr war hoch. Als „Alternative“ kamen Rattan-Stöcke zum Einsatz – direkt auf den Po.
Heute greifen viele BDSM-Rollenspiele genau diese historischen Bilder auf: Strenge Gouvernanten, Internatsfantasien, „Englische Erziehung“ in Schuluniform – alles rund um den Rohrstock, der Disziplin, Strafe und Lust in sich vereint. In der modernen BDSM-Szene wird Caning meist als bewusst inszeniertes Ritual gespielt, oft mit klar festgelegter Zahl an Hieben, Regeln und Zeremonien.
Caning mit Aufwärmen – schonend, aber intensiv
Damit Caning nicht unnötig riskant wird, nutzen viele Dominas, Doms und Tops ein intensives Aufwärmen. Das Ziel: Haut, Muskeln und Kreislauf werden langsam an die Belastung herangeführt, bevor der Rohrstock zum Einsatz kommt.
Typischer Ablauf:
- zuerst sanftes Spanking mit der Hand
- dann Steigerung mit Paddel, Flogger oder anderer Spanking-Toys
- Schläge werden nach und nach fester, zeigen aber noch keine Rohrstock-Schärfe
Die aufgewärmte Haut kann die Schläge mit dem Rohrstock oft besser „verarbeiten“. Das Gewebe ist durchblutet, der Körper schüttet bereits Endorphine aus. So können beide Seiten die Lust am Caning erleben, ohne direkt an die äußerste Schmerzgrenze zu gehen.
Viele empfinden gerade diese Kombination aus warmem Spanking und scharfen, einzelnen Caning-Schlägen als besonders erotisch: Der Po glüht, der Kopf ist im Subspace – und jeder neue Hieb baut die Spannung weiter auf.

Nutze das Aufwärmen bewusst als Ritual: Zähle Schläge laut, lass den Bottom mitzählen oder die Zahl selbst wählen. So wird die Spanking-Phase zum psychologischen Spiel – und der erste Schlag mit dem Rohrstock fühlt sich noch intensiver an.
Viele Tops greifen beim Aufwärmen gern zu passenden Spanking-Toys. Inspiration findest du im Steeltoyz-Sortiment – etwa über Artikel wie
Cold Caning – nur für echte Masochist*innen
Beim Cold Caning (manchmal auch „Cold Canning“ geschrieben) verzichtet der Top komplett auf das Aufwärmen. Es wird direkt mit dem Rohrstock begonnen – auf kalte, unvorbereitete Haut.
Das hat Folgen:
- Der Schmerz wird als deutlich schärfer, stechender und „härter“ wahrgenommen.
- Die Gefahr sichtbarer Striemen, Blutergüsse und sogar geplatzter Haut steigt.
- Der Schockeffekt kann den Bottom mental mehr fordern als eine „sanfter“ aufgebaute Session.
Cold Caning ist daher wirklich nur etwas für erfahrene Masochist*innen, die ihre Grenzen gut kennen und bewusst Lust aus starkem Schmerz ziehen. Wer nur moderate Schmerzen mag oder schnell überfordert ist, sollte Cold Caning nicht ausprobieren – zumindest nicht ohne extrem vorsichtige, schrittweise Annäherung und sehr erfahrenen Top.

Gesundheitsgefahren & Tabuzonen beim Caning
Nicht ohne Grund wird der Rohrstock in manchen Ländern noch immer als harte Strafe oder Foltermethode eingesetzt. Falsches oder unkontrolliertes Caning kann zu ernsthaften Verletzungen führen.
Mögliche Risiken
- aufplatzende Haut, blutige Wunden und Narbenbildung
- tiefe Blutergüsse, die lange schmerzen
- Schädigung von Muskeln, Sehnen oder Nervenbahnen
- psychische Überforderung, Schock oder Flashbacks
Deshalb gilt: Tastest du dich selbst an Caning heran, gehe langsam, kontrolliert und gut informiert vor. Denke immer an die BDSM-Grundregel SSC – Safe, Sane and Consensual (sicher, mit gesundem Menschenverstand und einvernehmlich) oder RACK („Risk Aware Consensual Kink“).
Tabuzonen, die du beim Caning meiden solltest
Mit dem Rohrstock werden grundsätzlich nur gut gepolsterte Körperregionen bearbeitet – vor allem Po und hintere Oberschenkel. Die folgenden Bereiche sind beim Caning tabu oder nur für absolute Profis in sehr speziellen Szenarien gedacht:
- Kopf, Gesicht und Hals
- Wirbelsäule und Steißbein
- Nierenbereich und Flanken
- Gelenke (Knie, Ellenbogen, Schultern, Hüftknochen)
- Brüste, Rippen, Bauch
- Genitalien (nur in sehr abgespeckter Form und mit großer Erfahrung)
Schläge sollten außerdem nie unkontrolliert oder im Affekt gesetzt werden. Wer Caning ernsthaft praktiziert, übt z.B. an Kissen oder Puppen, um Zielsicherheit und Schlagkontrolle zu verbessern.
Nutze ein „Strafbuch“ oder eine Liste, um Caning-Rituale bewusst zu planen: Anzahl der Schläge, erlaubte Zonen, Intensität. In Kombination mit Ideen aus dem Strafbuch-Ratgeber entstehen so starke, aber kontrollierte Disziplin-Szenen.
Tipps für alle Levels – Caning Schritt für Schritt
Damit Caning zu einem lustvollen und nicht traumatischen Erlebnis wird, lohnt sich ein stufenweiser Aufbau – angepasst an Erfahrung und Schmerztoleranz.
Level 1 – neugierige Einsteiger
- Nur wenige, leichte Schläge mit dem Rohrstock, vorzugsweise nach einer warmen Spanking-Phase.
- Fokus auf Po, nicht auf Oberschenkel oder andere Zonen.
- Klares Safeword, z.B. Ampelsystem („Gelb“ = langsamer, „Rot“ = Stopp).
- Regelmäßige Pausen, um Haut und Stimmung zu checken.
Level 2 – Fortgeschrittene mit Spanking-Erfahrung
- Längere Caning-Sequenzen mit fester Schlagzahl (z.B. 6, 12, 18 Hiebe).
- Kombination mit anderen Impact-Formen wie Paddel oder Flogger – siehe auch Impact-Play-Ratgeber.
- Bewusster Einsatz von Pausen, in denen gestreichelt, gekühlt oder gelobt wird.
- Einführung klarer Rollen (Dom, Domina, Sub) und Ritualsprache („Strafe“, „Züchtigung“).
Level 3 – Erfahrene & Masochismus-Fans
- Intensive Sessions mit stärkeren Schlägen, evtl. Cold Caning – aber nur bei sehr genauer Kenntnis des Gegenübers.
- Einbindung in komplexe D/s-Strukturen, z.B. feste Strafrituale oder „englische Erziehung“ als regelmäßig wiederkehrendes Spiel.
- Bewusster Umgang mit Spuren: Wann sind sichtbare Striemen okay, wann nicht?
- Verpflichtende Aftercare – körperlich (Kühlpads, Pflege) und emotional (Zuwendung, Gespräche).
- Level 1 – Freche Erziehung: Der Sub war „ungehorsam“ und bekommt nach einem kurzen Verhör wenige, leichte Hiebe über den Po. Viel Humor, klare Begrenzung der Schlagzahl.
- Level 2 – Englische Internatsszene: Uniform, Bücken über den Tisch, festgelegte Anzahl Schläge mit Rohrstock oder Paddel, Eintrag ins „Strafbuch“. Anschließend Trost und Pflege.
- Level 3 – Ritualisierte Züchtigung: Caning ist Teil eines festen D/s-Vertrages. Bestimmte Vergehen führen automatisch zu einer klar definierten Strafe. Regelmäßige Reflexion stellt sicher, dass die Dynamik für beide gesund bleibt.
Aftercare & emotionale Nachsorge nach dem Caning
Nach intensiven Caning-Sessions braucht der Körper Zeit zur Regeneration – und die Psyche ebenfalls. Aftercare ist ein wesentlicher Teil verantwortungsvoller BDSM-Praxis.
Körperliche Pflege
- Leicht kühlen (z.B. mit einem in Stoff gewickelten Kühlpad), aber nicht direkt auf offene Haut.
- Sanfte Pflegecremes oder Aftercare-Produkte nur auf intakte Haut auftragen.
- Auf ungewöhnliche Schmerzen, Schwellungen oder Verfärbungen achten – im Zweifel medizinischen Rat einholen.
Emotionale Unterstützung
- Kuscheln, Zudecken, Wasser anbieten, beruhigend reden.
- Nachbesprechen: „Was war gut? Was war zu viel? Was wünschst du dir fürs nächste Mal?“
- Auch Tops können emotional „fallen“ (Dom-Drop) – gebt euch gegenseitig Raum für Gefühle.
Fazit: Caning – Lust mit dem Rohrstock, aber nur mit Verantwortung
Caning ist eine der intensivsten Formen von Spanking im BDSM-Bereich. Der Rohrstock kann tiefe Lust, klaren Respekt und ein starkes Gefühl von Hingabe erzeugen – oder im schlimmsten Fall echte Verletzungen und seelische Narben hinterlassen. Der Unterschied liegt in deiner Haltung: Informiert, vorsichtig, einfühlsam und immer einvernehmlich.
Wenn du dich langsam herantastest, Tabuzonen kennst, auf Safewords hörst und liebevolle Aftercare praktizierst, kann Caning zu einem kraftvollen, erotischen Ritual werden, das euch beide noch lange im besten Sinne „nachglühen“ lässt.
Caning oder auch „Englische Erziehung“ – Kurzüberblick
Das Caning wird gerne auch als englische Form der Erziehung bezeichnet. Das rührt daher, dass vor allem im viktorianischen Zeitalter die Züchtigung von Schülern in England üblich und alltäglich war. Dabei stellte man schnell fest, dass die bisher eingesetzten Schläge auf die Hand zu starken Verletzungen führen können.
Es wurde nach einer Alternative gesucht. Schläge mit einem Rattan-Stock auf den nackten Hintern des Delinquenten stellten eine damals für gut befundene Alternative dar. Beim sexuell konnotierten Caning der heutigen Zeit werden die Schläge auf Rücken, Po oder Fußsohlen bevorzugt.
Caning mit Aufwärmen – Kurzüberblick
Damit das Caning keine deutlichen Spuren hinterlässt und für den zu Bestrafenden nicht zu schmerzhaft wird, werden die Körperregionen in der Regel vorgewärmt. Durch ein ausdauerndes Spanking mit der Hand oder mit Paddeln werden die Bereiche auf das Caning vorbereitet. Die aufgewärmte Haut und die somit auch aufgewärmten Muskeln können besser auf die Schläge mit dem Rohrstock reagieren. Die Luststeigerung durch das Caning zeigt dir deutlich, wie effektiv und lustvoll diese Form der Bestrafung sein kann.
Cold Caning – Kurzüberblick
Beim Cold Caning verzichtet die Domina oder der Dom auf das Vorwärmen der Körperregionen, sondern beginnt direkt mit den Schlägen mit dem Rohrstock. Das führt dazu, dass deutliche Spuren zurückbleiben und der Schmerz deutlich intensiver wahrgenommen wird. Das Cold Caning ist somit nur eine Möglichkeit für echte Masochisten, welche aus dem Schmerz ihre Lust gewinnen können. Wer nur moderate Schmerzen ertragen kann, sollte das Cold Caning auf keinen Fall in Betracht ziehen.
Die Gesundheitsgefahren beachten
Nicht umsonst ist das Caning in einigen südostasiatischen Ländern noch immer eine anerkannte Folter- und Bestrafungsmethode. Bei zu festen oder schlecht platzierten Schlägen kann die Haut aufplatzen und eine echte Wunde entstehen. Oftmals bleiben die Narben solcher Wunden über Jahre erhalten. Aus diesem Grund solltest du dich, wenn du selbst das Caning durchführen möchtest, sehr vorsichtig und langsam an das Thema herantasten. Denke dabei immer an die wichtigste Regel des BDSM „SSC“ – Safe, sane and consensual (sicher, gesund und einvernehmlich) – und taste dich langsam an die richtige Schlagstärke heran.





