Masochismus - wenn der Schmerz zur Lust wird

Masochismus gehört zur BDSM Sparte. Es ist eine Vorliebe, die nicht für jeden nachvollziehbar ist. Bei dieser Vorliebe ist alles anders. Nicht mal das Wort kommt, wie gewohnt aus dem Englischen oder dem Lateinischen.

Es ist eine Ableitung des Autorennamens Leopold von Sacher-Masoch. Dieser erreichte große Bekanntheit mit Werken wie "Venus im Pelz". Die Thematik der Novelle drehte sich um die Devotheit eines Mannes gegenüber seiner Frau.

In seinen Büchern schrieb er über die Sucht nach Schmerz und Unterwerfung. Ein triebhaftes Verhalten, in kunstvollen ästhetischen Worten gefasst. Und nun kurz gesagt, bei Masochismus handelt es sich um die Sehnsucht nach Schmerz, welcher sexuell anregt.

Was ist ein Masochist

Lange Zeit wurden Masochisten als erkrankte Menschen angesehen. Wer masochistisch veranlagt war, hatte ein klares psychisches Krankenbild. Masochisten stehen auf Schmerzen. Körperlicher, wie auch psychischer Schmerz, regt die "Betroffenen" sexuell an.

Es fördert die Lust und kann sogar zum sexuellen Höhepunkt führen. Seit 2013 wird Masochismus aber nicht mehr als Krankheitsbild geführt. Masochistisch sein verlor für die Mediziner an Bedeutung. Es ist mittlerweile ein anerkannter Fetisch aus der BDSM - Szene.

In seltenen Fällen hat der Masochist keine sexuellen Gefühle, sondern verbindet lediglich positive Energien mit den Schmerzen und gerät dadurch in einen Genusszustand. Der Sadist, welcher dem Masochisten den Schmerz zufügt, muss keinerlei sexuelle Handlungen mit seinem Sub ausleben. Allein der Schmerz ist Erfüllung genug.

Ein Masochist ist ein Mensch, welcher Schmerzen fordert, diese erträgt und liebt. Es ist ein devoter oder zumindest halbdevoter Mensch, der sich mit körperlichen Schmerzen und auch mit Worten erniedrigen lässt. Unter anderem erlebst du solche Konstellationen auch bei Rope Games oder bei Cuckolding.

Selbst quälen

Ein Masochist kann sich auch selbst quälen. Um selbst den genussvollen Schmerz in und an dir auszuüben, kannst du zu entsprechenden Hilfsmitteln greifen. Es gibt Elektrotoys die nicht nur ein bisschen Zwirbeln. Auch Hodenklemmen, Hodengewichte und besonders enge Penisringe können Schmerz auslösen.

Was sind die Masochismus Ursachen?

Echte Ursachen für Masochismus gibt es nicht. Lange wurde nach Auslösern für diese Neigung gesucht. Gerade als Masochisten noch als psychisch kranke Menschen galten, war die Ursachensuche sehr aktiv. In vielen psychologischen Gesprächen wurden nach Ursachen und Auslösern in der Kindheit gesucht.

Vernachlässigte Kinder haben Blödsinn gemacht, um die Aufmerksamkeit der Eltern zu erhalten. Diese gab es in der Regel in Form von Schlägen, vielleicht sogar mit einem Rohrstock oder dem Gürtel. Dieser zugefügte Schmerz wird mit der dazugehörigen Aufmerksamkeit verbunden und löst somit eine Art Glücksgefühl aus.

Dies kann sich dann durch das komplette Leben ziehen. Schon ist der perfekte Masochist gefunden. Ob diese Ursache wahr ist oder reine Spinnerei, kann jeder für sich selber herausfinden. Nachgewiesen wurde bislang nichts in dieser Richtung. Heutzutage wird auch keine Ursachenforschung in diese Richtung mehr betrieben, da es medizinisch irrelevant geworden ist.

Letztendlich kennst du dich selbst am besten. Wenn du Lustgefühle bei zugefügtem Schmerz empfindest, bist du zumindest masochistisch veranlagt. Lebst du es dann auch richtig aus, bist du voll und ganz Masochist. Warum das so ist, diese Frage kannst nur du dir beantworten. Keiner weiß besser, wie es in dir drin aussieht, als du selbst.

Manch einer behauptet auch, sich nach der Bestrafung, nach dem Schmerz wie neu zu fühlen. Wie eine Art Wiedergeburt. Andere stärkt es einfach, weil sie "Schlimmes" ertragen haben.

Es kann aber auch tatsächlich ein Trauma sein, wenn du in der Kindheit Gewalt oder gar Missbrauch erlebt hast. In diesem Fall gilt immer, solange du dich wohlfühlst, mit dem was du tust, ist alles gut. Sollte dich aber in irgendeiner Weise etwas stören oder du fühlst dich unwohl, gilt es einen Weg hinauszufinden. In diesem Fall wird es medizinisch wieder relevant. Denn wenn ein Masochist kein Masochist sein möchte, kann er psychologische Hilfe und entsprechende Therapien in Anspruch nehmen.

Was ist ein Sadist

Zu einem Masochisten gehört auch immer ein Sadist. Der Sadist ist der Gegenpart vom Masochisten. Als Sadist teilst du gerne aus. Du bist der dominante Part, der die Schmerzen zufügt. Du genießt es, wie der andere sich unter Schmerzen windet. Es ist ein großer Teil deines Lebens, quälende "Waffen" zu nutzen.

Dazu gehören Knebelwerkzeuge und auch Schlagwerkzeuge. Es können Peitschen, Gerten, Paddeln, Rohrstöcke und vieles mehr zum Einsatz kommen. Natürlich empfindet ein Sadist auch entsprechende Lust, wenn er seinem Sub Schmerzen zufügt. Für ihn ist es genauso erregend, wie für den Masochisten, der den Schmerz zu erlebt.


Es gibt aber auch nichtsexuelle Sadisten. Hier wird dann von der Vorliebe der Unterdrückung gesprochen. Der Sadist lässt sich Gemeinheiten einfallen, um einen Menschen stetig zu ärgern und zu schikanieren.

Er stellt den Ausgewählten vor anderen bloß und macht ihn psychisch traurig und schwach. Leider sind Sadisten nicht nur in der BDSM Szene zu finden, sondern tatsächlich auch im normalen Alltag. Dies kann ein Familienmitglied sein oder vielleicht auch ein Arbeitskollege.

Sadismus und Masochismus

Spricht man von Sadomasochismus, treffen Sadist und Masochist aufeinander. Ganz einvernehmlich wird SM (Sadomasochismus) ausgelebt. Manch einer führt eine entsprechende SM Beziehung, für andere wiederum ist es ein reines, lustvolles Geschäft. Die Domina zum Beispiel verdient ihr gutes Geld damit, Masochisten zu quälen. Während der Masochist sich daran erfreut den Schmerz zu spüren, erfreut sich der Sadist daran, den Schmerz zu erteilen.

Bei SadoMaso ist immer wichtig, dass es wirklich einvernehmlich geschieht. Und auch dies ist ein weiterer Fetisch, der Vertrauen und vorhergehende Absprachen erfordert.

Der Sadist muss sich unter Kontrolle haben und darf nicht über das gesetzte Ziel hinausschießen. Es ist sinnvoll ein Codewort abzusprechen, welches der Masochist nutzen kann, wenn er sich nicht mehr wohlfühlt und die SM Session abgebrochen werden muss.

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