Objektifizierung im BDSM – was es ist und wie du sie sicher ausübst

Im BDSM taucht der Begriff Objektifizierung im BDSM immer wieder auf – oft schwingt dabei etwas Verbotenes, Tabuisiertes mit. Doch hinter dieser Spielart steckt weit mehr als bloße „Entmenschlichung“: Es geht um bewusstes Machtgefälle, lustvolle Rollenwechsel und das tiefe Vertrauen, sich für eine begrenzte Zeit in etwas zu verwandeln, das „nur“ benutzt, präsentiert oder besessen wird.

Gerade weil Objektifizierung so intensiv sein kann, braucht sie einen klaren Rahmen: Konsens, Kommunikation, Safeword und liebevolle Aftercare. In diesem BDSM Ratgeber erfährst du, was Objektifizierung genau bedeutet, welche Formen es gibt und wie ihr sie sicher, respektvoll und für beide Seiten erfüllend auslebt – vom neugierigen Einstieg bis zu komplexen Rollenspielen.

Was ist Objektifizierung im BDSM?

Objektifizierung bedeutet, dass ein Mensch im Rahmen eines Spiels bewusst wie ein Objekt behandelt wird. Im Kontext von Objektifizierung im BDSM geschieht dies immer in einem einvernehmlichen, erotischen oder emotional aufgeladenen Setting: Der dominante Part (Dom, Domina, Top) betrachtet den devoten Part (Sub, Bottom) für eine bestimmte Zeit nicht als gleichberechtigte Person, sondern als „Ding“ – etwa als Möbelstück, Deko, Eigentum oder Spielzeug.

Typische Ausdrucksformen sind zum Beispiel:

  • Bezeichnungen wie „mein Spielzeug“, „mein Eigentum“, „mein Möbelstück“ oder „es“ im Rollenkontext
  • Positionen, in denen der Sub als Tisch, Hocker, Deko oder Halter für Drinks/Spielzeuge dient
  • Körperliche Inszenierung durch Bondage, Knebel, Masken oder spezielle Kleidung
  • exhibitionistische Elemente, bei denen der Sub präsentiert wird – z.B. nackt, am Boden, an Möbel gebunden

Wichtig: Im Kern bleibt der Sub natürlich immer ein Mensch mit Gefühlen, Grenzen und Würde. Die „Entmenschlichung“ ist nur ein eingewilligt gespielter Zustand innerhalb klarer Regeln und für eine begrenzte Zeit.

Tipp für Einsteiger:
Wenn ihr Objektifizierung im BDSM ausprobieren wollt, startet mit Sprache statt gleich mit aufwendigen Szenen. Einigt euch z.B. darauf, dass der Sub im Schlafzimmer für eine kurze Szene „Spielzeug“ genannt wird – mit Safeword und klarer Zeitbegrenzung. So könnt ihr testen, wie sich die Rolle anfühlt.

Formen der Objektifizierung im BDSM

Objektifizierung kann sehr unterschiedlich aussehen. Je nach Kink, Fantasie und Gefühlslage lassen sich feine Abstufungen gestalten – von verspielt bis extrem.

Körper als Möbel oder Accessoire

Eine klassische Form ist die sogenannte „Furniture Play“: Der Sub wird zum Möbelstück – etwa als Fußhocker, Tisch, Kleiderständer oder „Menschenstuhl“. Er/sie nimmt eine Position ein, die gehalten werden muss, während der Top ihn/sie nutzt.

  • Sub kniet als Fußhocker neben dem Sofa
  • Sub hält über längere Zeit ein Tablett, Getränke oder Sextoys
  • Sub dient als „Deko“ in einer speziellen Position – etwa gefesselt in einer Ecke

Gerade bei statischen Positionen ist es wichtig, auf Durchblutung, Gelenke und Rücken zu achten. Pausen, Positionswechsel und die Möglichkeit zur Kommunikation gehören unbedingt dazu.

Sprachliche Objektifizierung

Viele Paare erleben Objektifizierung vor allem über Sprache. Statt des Namens werden bewusst andere Anreden und Pronomen genutzt: „mein Ding“, „mein Objekt“, „mein Besitz“, „es“. Dies kann z.B. mit Befehlen kombiniert werden („Objekt, knie dich hin“, „Spielzeug, komm her“).

Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt: Manche finden Entzug des Namens extrem erregend, andere triggert es. Sprecht vorher ganz offen darüber, wie weit ihr gehen wollt – und ob bestimmte Worte ein No-Go sind.

Eigentums- und Besitzspiele

In manchen D/s-Dynamiken (Dominanz/Submission) ist Objektifizierung Teil einer tieferen Eigentums-Fantasie: Der Sub wird als Eigentum des Tops betrachtet, etwa durch Halsband, Choker oder spezielle Rituale. Das kann sich in langfristigen Regeln äußern („Du gehörst mir“) und im Alltag weiterleben.

Gerade hier ist intensive Kommunikation wichtig – und ergänzend Ratgeber wie tägliche BDSM-Rituale für Paare, um Machtgefälle gesund und stabil zu halten.

Exhibitionistische & Präsentations-Szenarien

Objektifizierung im BDSM kann auch exhibitionistische Elemente enthalten: Der Sub wird präsentiert – nackt oder in Fetischkleidung, an Möbel gefesselt, maskiert, vielleicht sogar vor ausgewählten anderen Personen. Hier spielt Scham, Stolz und Lust an der eigenen „Ausstellung“ eine große Rolle.

Immer wichtig: rechtliche Rahmenbedingungen (keine unbeteiligten Dritten involvieren!), geschützter Raum und ausdrückliche Zustimmung des Subs.

Objektifizierung im BDSM sicher und respektvoll ausüben

So reizvoll das Spiel mit Entmenschlichung ist: Sicherheit, Konsens und Respekt kommen zuerst. Objektifizierung im BDSM ist kein Freifahrtschein, jemanden tatsächlich zu entwerten – sondern ein raffiniertes Machtspiel zwischen zwei Menschen, die sich vertrauen.

Kommunikation & Rollenklärung

Vor jeder Session sollte klar sein:

  • Welche Rolle übernimmt wer? (Dom/Domina/Top – Sub/Bottom)
  • Welche Form der Objektifizierung wird gespielt? (Möbel, Spielzeug, Eigentum, Präsentationsobjekt …)
  • Welche Worte sind erlaubt, welche tabu?
  • Wo sind körperliche und psychische Grenzen?

Besonders hilfreich ist ein Vorgespräch oder eine kleine „Checkliste“. Inspiration für grundlegende Fragen liefert zum Beispiel der Artikel 7 wichtige Tipps für BDSM-Einsteiger.

Safeword & Ampelsystem

Wie bei jeder BDSM-Praxis gehört ein Safeword dazu. Viele nutzen das Ampelsystem:

  • Grün: alles gut, gerne weiter oder intensiver
  • Gelb: Grenze in Sicht – Tempo reduzieren, Szenario etwas abmildern
  • Rot: sofort stoppen, Szene beenden, in Aftercare wechseln

Da Sprache in der Objektifizierung teilweise entzogen oder eingeschränkt wird, kann zusätzlich ein nonverbales Signal sinnvoll sein – z.B. ein Gegenstand, den der Sub fallen lassen kann, oder ein eindeutiges Handzeichen.

Konsens & Selbstreflexion

Konsens bedeutet mehr als „Ja, mache ich mit“ – es heißt, dass alle Beteiligten die emotionale Tragweite verstanden haben. Objektifizierung kann alte Wunden triggern, besonders wenn jemand früher entwertet oder nicht ernst genommen wurde.

  • Fragt euch ehrlich: Warum reizt mich Objektifizierung im BDSM?
  • Was wünsche ich mir emotional davon? Bestätigung, Kontrolle, Hingabe, Geborgenheit?
  • Was könnte schwierig werden – und wie fangen wir das auf?

Bei starken emotionalen Reaktionen oder belastenden Erfahrungen kann es sinnvoll sein, zusätzlich professionelle psychologische Unterstützung einzubeziehen.

Tipp für Fortgeschrittene:
Führt ein kleines „BDSM-Journal“ für eure Objektifizierungs-Szenen. Notiert vorab Erwartungen und danach Gefühle, Trigger und Lieblingsmomente. So könnt ihr eure Dynamik bewusst weiterentwickeln und eure Grenzen besser verstehen.

Respekt & Würde trotz Objektifizierung

Der wichtigste Punkt: Egal wie hart, erniedrigend oder distanziert die Worte im Spiel sind – außerhalb oder nach der Szene hat der Sub Anspruch auf vollen Respekt, Würde und liebevollen Umgang.

Hilfreiche Regeln:

  • Degradierende Begriffe nur innerhalb der klar definierten Szene nutzen
  • kein Bloßstellen vor Menschen, die nicht explizit einverstanden sind
  • nach der Session bewusst wieder zum Alltags-Namen und normalen Umgang zurückkehren

Konkrete Ideen: Objektifizierung im BDSM praktisch umsetzen

Objektifizierung durch Bondage & Positionierung

Bondage ist ein beliebtes Mittel, um Objektifizierung im BDSM erlebbar zu machen. Durch Fesseln kann der Sub in eine bestimmte Position gebracht werden, die seine Rolle als „Objekt“ unterstreicht.

  • Sub kniet gefesselt neben dem Bett als „Nachtkästchen“
  • Sub sitzt gefesselt auf dem Boden und hält Getränke oder Spielzeuge bereit
  • Sub ist an einen Stuhl oder Pranger fixiert und wird als „Dekorationsobjekt“ betrachtet

Gerade bei Bondage lohnt sich ein Blick in den Bondage Ratgeber für Einsteiger, um Knoten, Risiken und Sicherheitszonen zu kennen.

Sprachliche Objektifizierung & Regeln im Alltag

Objektifizierung muss nicht nur in großen Sessions stattfinden. Viele D/s-Paare bauen kleine Elemente in den Alltag ein:

  • feste Anredeformen (z.B. „Spielzeug“, „Ding“, „Eigentum“), aber nur im privaten Raum
  • klar definierte Aufgaben, die den Objektstatus betonen (z.B. Schuhe bringen, Bett vorbereiten, als „Dekostück“ im Schlafzimmer knien)
  • kleine Rituale – etwa das tägliche Anlegen eines Halsbandes als Zeichen des Besitzes

Wichtig ist ein klarer Rahmen: Wo endet das Spiel, wo beginnt der Alltag? Wie geht ihr mit Besuch, Familie oder Öffentlichkeit um?

Exhibitionistische Szenen & Präsentationsrituale

Wer einen geschützten Raum hat (z.B. BDSM-Club oder privates Playdate), kann Objektifizierung mit Präsentationsritualen kombinieren:

  • Sub wird nackt oder in Fetisch-Kleidung vorgestellt und muss bestimmte Posen halten
  • Sub trägt ein Schild, Masken oder Accessoires, die den Objektstatus betonen
  • Top präsentiert seinen „Besitz“ anderen – immer mit klarem Konsens des Subs im Vorfeld

Für solche Szenen können Ratgeber zu Dynamiken und Rollenwechsel helfen, innere Grenzen besser einzuschätzen.

Tipps für alle Levels – Objektifizierung im BDSM Schritt für Schritt

Damit Objektifizierung im BDSM für alle Beteiligten stimmig bleibt, hilft ein schrittweiser Aufbau – von sanften Symbolen bis zu intensiven Szenarien.

Level 1 – neugierig & vorsichtig

  • kleine sprachliche Elemente („Spielzeug“, „Ding“) im privaten Rahmen
  • kurze Situationen, in denen der Sub eine Position halten muss (z.B. Fußhocker für 2–3 Minuten)
  • klar begrenzter Zeitraum, danach bewusster Ausstieg aus der Rolle
  • gemeinsames Nachgespräch: Was hat sich gut angefühlt, was nicht?

Level 2 – bewusstere Rollenspiele

  • kombinierte Szenen aus Bondage, Kommandos und Objekt-Sprache
  • kleine Rituale, z.B. tägliches Knien vor dem Top für wenige Minuten
  • erste Präsentationsspiele in sehr vertrauter, sicherer Umgebung
  • starkes Augenmerk auf Safeword, psychische Reaktionen und Aftercare

Level 3 – intensive Eigentums- und Langzeitdynamiken

  • Objektifizierung als Teil einer festen D/s-Beziehung oder länger andauernden Machtstruktur
  • schriftliche Regeln, Verträge oder Rituale, die den „Besitzstatus“ symbolisieren
  • komplexe Szenen mit Bondage, Rollenspiel, Exhibitionismus und strengen Vorgaben
  • regelmäßige Check-ins, ob sich beide in der Dynamik noch wohl und sicher fühlen
Rollenspiel Schritt für Schritt – je nach Level
  • Level 1 – Das „Deko-Objekt“ im Wohnzimmer: Der Sub kniet für einen Filmabend als Fußhocker oder Sitzgelegenheit. Sanfte Anweisungen, viel Lächeln, klare Zeitbegrenzung.
  • Level 2 – Das „Eigentum“ beim Abendritual: Sub muss sich zu einer bestimmten Uhrzeit nackt im Schlafzimmer präsentieren, bestimmte Posen einnehmen und auf Befehle reagieren. Danach ausgiebige Kuschel-Aftercare.
  • Level 3 – Die „Inventarliste“: Sub wird offiziell als Eigentum des Tops geführt, erhält Aufgaben, Regeln und Rituale (z.B. täglich dienende Handlungen). In regelmäßigen Gesprächen wird überprüft, ob alles noch stimmig und einvernehmlich ist.
Tipp für Erfahrene:
Kombiniert Objektifizierung im BDSM mit langsamen, bewusst gesetzten D/s-Ritualen. Zum Beispiel: wöchentliche „Inventur“, bei der Sub über Gefühle, Erlebnisse und Grenzen berichtet, während Top die Rolle als Besitzende*r bestätigt. So bleibt das Machtgefälle stabil – und trotzdem emotional sicher.

Aftercare & emotionale Sicherheit

Gerade nach intensiven Objektifizierungs-Szenen ist Aftercare unverzichtbar. Der Sub kann sich leer, verwirrt oder unglaublich verletzlich fühlen – der Top manchmal schuldig oder emotional überfordert. Nachsorge hilft, beide wieder „auf den Boden“ zu holen.

  • kuscheln, zudecken, beruhigend sprechen
  • Wasser, etwas Süßes, ruhige Musik
  • klar aussprechen: „Du bist wichtig“, „Du bist mehr als dieses Objekt im Spiel“
  • am nächsten Tag noch einmal kurz über die Szene sprechen

Für viele ist die liebevolle Rückkehr in die Gleichwertigkeit nach der Session der schönste Teil von Objektifizierung im BDSM – weil sie zeigt, wie viel Vertrauen wirklich da ist.

Fazit: Objektifizierung im BDSM – intensiv, aber nur mit Respekt

Objektifizierung im BDSM kann zutiefst erfüllend sein, wenn ihr sie bewusst, respektvoll und mit klaren Grenzen gestaltet. Ob als verspielte Alltagsszene oder als komplexes D/s-Ritual – entscheidend ist, dass alle Beteiligten sich gesehen, gehört und ernst genommen fühlen.

Wenn ihr Konsens, Kommunikation, Safeword, Sicherheit und Aftercare ernst nehmt, wird aus der scheinbaren „Entmenschlichung“ etwas ganz anderes: ein zutiefst menschliches, vertrauensvolles Machtspiel, das eure Verbindung stärkt und neue Seiten eurer Lust sichtbar macht.

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