Shibari wird dich fesseln


Shibari, mal wieder ein weiteres Fremdwort, mit denen ein Außenstehender nichts anfangen kann. Aber sogar in der SM oder BDSM-Szene kennt nicht jeder diesen Begriff. Nur wer sich mit der Fesselkunst beschäftigt, dürfte die Bedeutung des Wortes kennen.

Shibari wurde aus der japanischen militärischen Fesseltechnik namens Hojojutso entwickelt. Es handelt sich hierbei also um Bondage, genauer gesagt, um eine Form von Rope Bondage. In Japan direkt, wird dieser Fetisch jedoch nicht als Shibari bezeichnet, sondern als Kinbaku.

Bondage

Bondage ist im Bereich BDSM sehr weit verbreitet. Doch wirklich kunstvolle Japan Bondage findet sich in diesen Bereichen nur selten. Shibari, die japanische Form des Bondage hingegen fokussiert sich vor allem auf den ästhetischen Aspekt der Fesselung und stellt diesen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Japan Bondage ist mittlerweile weit über die Grenzen Japans hinaus bekannt und wird in Dokumentationen, Bildbänden und sogar in Live-Shows zelebriert. Doch was steckt eigentlich hinter der Bondage Kunst.

Shibari - lange Zeit mehr als eine Kunstform

Die Bondage Techniken des Shibari waren für lange Zeit nicht allein der Kunst und der sexuellen Lust vorbehalten, sondern wurden tatsächlich als Folterinstrumente in Japan verwendet. Bis ins 19. Jahrhundert hinein nutzten Polizei und Militär in Japan diese Techniken, um Gefangene zu foltern und zu verhören.

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Erst nach und nach wurde Shibari als Kunst in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Zunächst einmal als Teil der lebendigen Untergrundszene Japans, mittlerweile jedoch auch offen und ohne Scheu. Der Begriff Asia Bondage für Shibari hat sich schon längst etabliert und ist zu einem Markenbegriff geworden, welcher auf der ganzen Welt bekannt ist.

Festbinden nach Mustern

Shibari steht für Festbinden. Es geht dabei um Fesselungen nach Mustern. Hier wird nicht einfach irgendwie jemand zusammengeschnürt. Es ist eine Kunstform. Shibari Bondage beherrscht auch nicht jeder. Es muss erlernt werden. Für Shibari Beginner gibt es Workshops und online Kurse.

Diese finden für Paare, sowie auch für Einzelpersonen statt. In den Kursen werden verschiedene Techniken und Knotungen aufgezeigt, sowie auch auf den besonderen Kick und auch auf eventuelle Risiken. Die Fesselkunst gehört zu den schönsten SM Praktiken, da sie sehr sinnlich ist.

Es werden ästhetische Knotungen erstellt. Der menschliche Körper wird in unnatürliche, aber schöne Form gebracht. Nackt und anregend, liegt, steht oder hängt das sogenannte Rope Bunny in den Seilen, welche nach einem bestimmten, vorher ausgewählten Muster, verknotet wurden.

Mögliche Shibari Versionen


Jeder, der erst mit Shibari anfängt, sollte sitzende oder liegende Positionen wählen. Hier gibt es zahlreiche Fesselungsmuster, denen schon fast mit Leichtigkeit gefolgt werden kann. Der menschliche Körper kann in zahlreichen Positionen, liegend und sitzend drapiert werden.

Jedoch geht es auch im Stehen. Gerade, wenn es für den Moment nur darum geht, den Körper einzuschnüren, ist es im Stehen sehr günstig. So wird der ganze Körper betrachtet und alle fast zu eng erscheinenden Schnürungen zeichnen sich deutlich ab.

Für Fortgeschrittene Shibari Praktizierer kann auch das Suspension Bondage infrage kommen. Hierbei handelt es sich um hängende Fesselungen. Der Körper wird also aufgehangen und nur von dem geknoteten Shibari Seil gehalten.

Hier ist wirklich sehr viel Erfahrung nötig, da dies eine gefährliche Art und Weise von Bondage darstellt. Ein hängender Körper hat viel Gewicht, welches nur am Seil hängt. Es ist wichtig, den Körper perfekt zu positionieren, damit kein ernst zu nehmender Schaden am Körper entstehen kann.

Verschiedene Seile austesten


Beim Shibari Bondage kannst du dich mit verschiedenen Seilen austoben und alles mal austesten. Am meisten werden typische Baumwollseile, sowie Seile aus Hanf oder Jute verwendet. Baumwolle ist sehr weich und die Seile lassen sich gut formen, biegen und knoten.

Die Knoten können besonders festgezogen werden. Jedoch birgt es auch die Gefahr, dass das Bunny hinterher herausgeschnitten werden muss. Die Knoten könnten so fest werden, dass sie sich nicht mehr lösen lassen.

Wer es etwas rauer mag und auch leichte Striemen nach der Fetischausübung bevorzugt, der greift am ehesten zu Hanf oder Jute. Es ist ein raues Material, welches auch leicht störrisch ist. Für Anfänger sind diese Seile aber optimal, da die Knoten leichter zu lösen und Fehler einfacher zu korrigieren sind.

Auch Seile aus Nylon werden gerne genutzt. Diese gibt es sogar in jedem Baumarkt zu kaufen. Gerade bei Hanf und Jute ist zu beachten, dass die Seile Pflege benötigen, damit sie nicht komplett steif werden.

Ein Shibariseil besteht meist aus mehreren kleinen Stücken. Es hat eine Gesamtlänge von bis zu acht Metern und ist circa 6 mm dick

Für die meisten der klassischen Knoten im Shibari werden Seile mit einer Länge von rund sieben Metern verwendet. Wenn Du Dich selbst in dieser Kunst ausprobieren möchtest, kannst Du aber auch etwas längere oder kürzere Seile nutzen.

 

Einen Shibari Kurs besuchen

Wenn Dich diese Form der Fesselung reizt und Du lernen möchtest die richtigen Knoten zu setzen und somit tief in diese Kunst einzutauchen, raten wir Dir in jedem Fall zu einem Shibari Kurs. In diesem werden Dir nicht nur die verschiedenen Knoten vermittelt, auch das Thema Sicherheit spielt in diesen Kursen immer wieder eine große Rolle.

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Denn falsche oder zu feste Knoten oder falsche Positionen können beim japanischen Bondage schnell gefährlich werden und sollten um jeden Preis vermieden werden.

Shibari Video

 

Wichtige Dinge müssen beachtet werden

Ihr könnt und solltet niemals einfach drauflos fesseln! Es gibt so viele wichtige Dinge, die sich der Shibari Fan erst einmal aneignen muss, um überhaupt praktizieren zu können. Es müssen Knotungen und Wissen über die verschiedenen Seile vorhanden sein.

Zudem musst du auch Ahnung vom menschlichen Körper haben. Wo geht welche Ader entlang, wie biegsam ist das jeweilige Körperteil und vieles mehr. Beim Shibari geht es ums Verknoten, nicht darum die Blutzufuhr zu unterbinden! Die Blutzufuhr darf niemals zu lange unterbunden werden. Körperteile können gedehnt, aber keinesfalls überdehnt werden.

Zudem sollten sich die Beteiligten auch blind vertrauen können. Der ausführende Part sollte über den Gesundheitszustand des zu Fesselnden Bescheid wissen. Wer körperlich und psychisch in bester Verfassung ist, der hat nicht groß was zu befürchten. Menschen mit Rückenproblemen, Bandscheibenschäden und Ähnlichen körperlichen Leiden können nur eingeschränkt mitmachen und sollten sich nicht zu fest einschnüren lassen.

Leidest du an einer psychischen Störung, solltest du dich mit viel Vorsicht und ganz langsam an die Thematik herantasten. Shibari kann Stück für Stück, ausgeführt und muss nicht immer voll und ganz durchgezogen werden.

 

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